pèlerinages - Kunstfest Weimar

 

pèlerinages Kunstfest Weimar 20. August bis 12. September 2010

Das diesjährige Motto: „Irrlichter“                 

Auch in diesem Jahr steht ein Werktitel Franz Liszts Modell für das Motto des Kunstfestes: „Feux Follets“ zu Deutsch „Irrlichter“, ist ein magisches Wort, hinter dem sich die Untiefen der Kunst verbergen können. Ein verheißungsvoller Titel also für das diesjährige Kunstfest unter der Leitung von Nike Wagner.

Ein Irrlicht ist wissenschaftlich betrachtet eine bläuliche Lichterscheinung, angefacht von Faulgasen über Mooren und Sümpfen. In Sagen und Mythen führen die tanzenden Lichter Wanderer absichtlich ins Moor, oder gleich in die Irre. So führen Irrlichter Faust und Mephisto auf dessen Geheiß zur Walpurgisnacht. Die betörenden Schimmer lassen sich im ‚Faust’ folglich einerseits vom Teufel knechten und leuchten zum anderen hilfsbereit den Weg entlang.

»Irrlichter« sind zweideutige Führer, es geht ins Ungewisse. Das liebt die Kunst – Kunst kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern will sich frei bewegen, Traum-Terrain betreten und »erleuchtete« Zustände erzeugen. Genie und Irrsinn, Kunst und Wahn hängen zusammen, ihnen eng verwandt ist aber auch die Einfalt von Kindern und Narren – die bekanntlich die Wahrheit sagen. Die Doppeldeutigkeit zwischen der Vielgestaltigkeit der ‚Irre’ und der Klarheit des ‚Lichts’ – das diesjährige Kunstfest verbindet sie vom 20. August bis 12. September in einer berauschenden Zeit

Das Programm ist wie in den Vorjahren breit gefächert. Eine Mischung aus Tanz, Musik, Film und Theater, Lesungen, Diskussion und Ausstellung verspricht eine vielseitige künstlerische Pilgerreise, eine Pélerinages.

Eröffnet wird das Fest mit dem zur Tradition erwachsenen Eröffnungsfest im thematisch passend illuminierten Weimarhallenpark. Am Vorabend erinnert das Auftaktskonzert »Gedächtnis Buchenwald« an die politische Geschichte Weimars. Die Staatskapelle Weimar spielt, es dirigiert der international bekannte Michael Boder.

Das erfolgreiche artist in residence Programm bespielen in diesem Jahr zwei Geschwister: die preisgekrönte Geigerin Carolin Widmann und ihr Bruder, der begnadete Klarinettist und Komponist Jörg Widmann. In ihren kammermusikalischen Programmen wird sowohl Zeitgenössisches wie Klassisches zu hören sein, Schubert wie Schumann, aber auch Alban Berg, Aribert Reimann und Béla Bartók

Weitere musikalische Höhepunkte werden das Benefizkonzert zur Rettung der Liszt- Orgel Denstedt, ein Konzert mit dem Titel „Außer sich. Wahnsinns-Arien“ begleitet von der Staatskapelle Weimar und das Abschlusskonzert „Geschwister HArmonica“ des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg mit den Geschwistern Widmann sein.

Der Film wird keine Schwierigkeit haben, dieses Thema abzubilden, ebenso wenig wie die Literatur – E.T.A. Hoffmann, Robert Walser, Samuel Beckett werden rezitiert. Die Bezüge zwischen Kunst und Wahn soll eine repräsentative Ausstellung verdeutlichen – geplant ist eine Schau aus den berühmten Sammlungen Prinzhorn, Gugging und der »Art Brut« in Lausanne. Das Vermächtnis des 2009 verstorbenen Choreographen Merce Cunningham „Nearly 90“ wird zum Kunstfest erstmals in Deutschland aufgeführt. Merce Cunningham gilt als einer der bedeutendsten Choreographen der Moderne, der die Zukunft seiner Company genau geplant: zwei Jahre noch werden seine Stücke im Rahmen der "Legacy Tour" gezeigt, dann löst sich die Company endgültig auf – es empfiehlt sich demnach seit Werk unter dem Zeichen des Kunstfestes zu erleben.

Den jungen Besuchern wird in diesem Jahr besondere Beachtung geschenkt, denn die pélerinages jeuness will Neugier auf Kunst wecken und den Wissensdurst der Kinder reizen. Ausgewählten Veranstaltungen werden spezielle Einführungen für Kinder von Experten vorausgehen,  sodass auch sie ihre eigenen Kunstfest- Erfahrungen machen können.

Weitere Informationen zum diesjährigen Kunstfest finden Sie unter

www.kunstfest-weimar.de

 

 
 
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